Gummistiefelmomente, aber barfuß

Nass bis auf die Haut
Durch Regen getaucht
Und im Sommer verloren
(Spazieren) gegangen
Nun: Verweilend, standfest
Kühler Wind aus Nord-West
Im Haar verirrt, mein Haar
Verwirrt hinterlassen
Auf dem Feldweg: Allein
Unter dem Grau sein
An Substanz verlieren
Auf dem wässrigen Weg
Den niemand geht
Der nasse Wind weht
Dennoch

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Subjekt oder Objekt?

Wie sehr bin ich das Es meiner Betrachtung, wenn ich fern von allem und nah bei mir und meinen Gedanken, die umkreisen, was sie für umkreisenswert halten, für würdig, Zentrum zu sein, existiere, nur für das, was ich umkreise und doch für mich, weil es sich nur durch mich und meine Energie zu einer (gar meiner) Sonne verdichtet; es, dieses Es. Verwischende Konturen lösen mein Ich in dämmriger Frühabendbeleuchtung, die meine Silhouette in den Raum zieht, Dimensionen missachtet und Farben angleicht, auf. Bis ein leises Atmen über meine Lippen kraucht, empfinde ich so wenig von dem Selbst, das sich um mich herum befindet, dass ich mich beinahe vergessen hätte. Es ist ein Verschwinden der eigenen Tiefe, durch das Aushauchen warmen feuchten Atems und das Umstülpen in die Außenwelt, das Heraustragen in den äußeren Innenraum, den man sinnlich (ver)formt.

(Lila) SMS an dich

Soeben verhauchter letzter Augenblick
In strömend Sehnsucht sich ergießt
Um dem Fliehen zu
Entfliehen

Denn Erdachtes birgt so wenig von Gekonntem nur
Dass die Wahl zum Wollen
(Frei gemalt von lila Sehnsucht)
Deiner Wünsche
Nur des Seins Diener bleibt

Auch wenn geteilt ein Wunsch Ergänzung heißt
Bedeutet dies nunmehr nichts anderes
Als unserer beider Herzen Sehnsucht
Wo vorher (von dir erdacht)
Nur deines lag
So wie ich meines einsam vermutete

So heißt zweifach Einsamkeit
(In Einklang jedweder Wünsche)
Einsam strahlendes Zweifachglück
Das bewusst
(In Einsamkeit)
Erfüllung in der Sehnsucht
Sucht

Was ist das für 1 Berlin?

Einbetonierte Tanzflächen,
Ein paar Meter weiter rechts
Eine flackernde – schwarz-weiß -,
Einer Leuchtreklame ähnelnde,
Einwegstraßenlaterne aus
Eingeschmolzenen, kaputten
Einkaufswagenstäben aus dem
Eineuroladen um die Ecke
Ein paar Meter links steht
Ein Mensch neben anderen, aber
Einer von ihnen steht allein

Einzementierte, atmende Statuen
Einer Dauerausstellung
Eines unbedeutenden Museums
Einweichen, damit sie bröckeln,
Einander Lebewohl sagen und sich
Einigen auf unentschieden, weil ihre
Einemillionendollaridee bloß
Eine Farce war, auch wenn sie
Einst daran geglaubt hatten, als sie
Einuhrnachts bei Tequila
Eine Zitrone verschluckten

Eingegipste Fassaden aus
Einem löchrigem Strukturputz
Einteilen in gut und böse, weil
Ein Teil hip ist und der andere bloß
Eingerichteter Wohnraum für
Ein paar Spießer und deine Oma, die
Ein Holzbein aus Granit hat und
Eine Augenklappe auf ihrem
Eingefärbten inneren Auge, das
Eine Genugtuung für mich und
Meine Katharsis ist.